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Auf Totenfang mit

Simon Beckett

 

Die Deutschen lieben Simon Becketts nervenaufreibende Thriller – so sehr sogar, dass der neueste Band um Dr. David Hunter „Totenfang” als Weltpremiere zuerst auf deutsch erscheint! Im Video-Interview spricht der Brite über seine Faszination für Forensik und warum ihn Krimis früher völlig kalt gelassen haben.

19.04.2017

Das Gespräch

 

Simon Beckett ist einer der erfolgreichsten englischen Thriller-Autoren. Auf der diesjährigen Lit.Cologne hat der Autor mit uns über seinen neuen Roman aus der Reihe um den Forensiker Dr. David Hunter gesprochen. In „Totenfang” ist Hunter nach einem emotionalen Durchhänger endlich zurück auf Spurensuche und soll in den Sümpfen von Essex eine stark verweste Wasserleiche identifizieren.

„Ich bin fasziniert von der dunklen Natur des Menschen. Das macht für viele Leute den Thrill aus, woher das Genre auch seinen Namen hat. Diesen Adrenalin-Schub, dieses Spielen mit den Emotionen der Leser und das Arbeiten mit ungewöhnlichen Charakteren und Szenarien, all das reizt mich auch als Autor”, erklärt der Brite im Thalia-Gespräch. Dabei war es nicht immer so: Beckett war früher kein großer Krimi-Fan, weil er fand, dass die Geschichten zu inszeniert waren. Doch dann hat er nach seinem Studium „The Big Sleep” von Raymond Charles gelesen, das ihm eine völlig neue Welt eröffnet hat.

Simon Beckett im Video-Interview

Bevor er jedoch Schriftsteller wird, arbeitet er als Journalist und besucht eines Tages eine sogenannte Body Farm in den USA, um einen Magazinartikel zu schreiben. Da hat es Klick gemacht! „So etwas hatte ich vorher noch nie erlebt. Die Body Farms nutzen echte Leichen, um die Dekomposition des Körpers zu erforschen. Es war ein Augenöffner für mich und die Inspiration zu den Hunter-Romanen”, erzählt Beckett. Wenn er schreibe, dann zwanghaft, sagt er. Andere Genres interessieren ihn dabei weniger: „Ich könnte mir nicht vorstellen, eine Romantikkomödie zu schreiben. Ich glaube, darin bin ich einfach nicht gut.” Seine Leser werden es ihm verzeihen!

Das Buch

 

Dr. David Hunter ist beruflich und emotional nicht gut drauf. Das ändert sich auf einen Schlag, als er von der Polizei mit der Identifikation einer Leiche beauftragt wird. Die stark verweste Männerleiche wird in den Backwaters, einer schaurigen Wasserlandschaft in Essex, gefunden. Schnell wird vermutet, dass es sich um den 31-jährigen Leo Villiers handelt, dem Sohn einer einflussreichen Familie und seit einem Monat spurlos verschwunden. Er soll eine Äffäre mit der verheirateten Emma Darby gehabt haben, die ebenfalls vermisst wird.

Leo steht im Verdacht, seine Geliebte und schließlich sich selbst umgebracht zu haben. Doch David Hunter zweifelt an der Identität des Toten und wird darin bestätigt, als am nächsten Tag ein einzelner Fuß im Wasser treibt. Denn der gehört definitiv zu einer anderen Leiche. Gleichzeitig muss sich Hunter mit der Feindseligkeit seiner Gastgeber auseinandersetzen, die nicht die einzigen im Ort zu sein scheinen, die etwas verbergen. Mit der lang erwarteten Fortsetzung der Serie legt Simon Beckett mit „Totenfang“ wieder einen rasanten und brillant verstrickten Thriller der Meisterklasse vor. Herausragend!

Die Fakten

 

Alter

Sein Geburtsjahr hält Simon Beckett geheim. Unterschiedliche Quellen schwanken zwischen 1960 und 1968.

Karriere

Bevor er Schriftsteller wird arbeitet Simon Beckett unter anderem als Hausmeister, Lehrer, Schlagzeuger und Journalist.

Erfolg

Seine Serie um Dr. Hunter wurde millionenfach verkauft. „Die Chemie des Todes”, „Kalte Asche”, „Leichenblässe” und „Verwesung” waren allesamt Nr.1-Bestseller.