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Bilderbücher für Erwachsene
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Bilderbuch-Highlights

für Erwachsene

 

Bilderbücher sind Kinderkram? Von wegen! Genauso wie das Malbuch unter Erwachsenen ein Comeback feiert, sind auch künstlerisch illustrierte Bücher und Graphic Novels beliebter denn je. Diese fünf ausgewählten Bilderbücher sind ein optischer Genuss und laden außerdem zum Schmunzeln oder Träumen ein.

Sind Sie beim Stöbern oder Vorlesen auch schon einmal von einem Kinderbuch in den Bann gezogen worden? Kein Wunder: Sie sind pointiert, bringen Spaß und oft wird zuversichtlicher gehandelt, als in der Erwachsenen-Literatur. Vor allem aber besitzen sie eine zauberhafte Verbindung von Zeichnung und Geschichte, die es bislang nur in den Kinderstuben gab. Das ändert sich! Denn es gibt immer mehr Bücher, die pointierten Witz mit wunderschönen Illustrationen herausragender Zeichner verbinden, und diese dann in eine Themenwelt für Erwachsene überträgt. Dazu gehören neu aufgelegte Klassiker wie „Der kleine Prinz” oder illustrierte Erklärungen der abendländischen Philosophie – hier sind fünf Beweise von wundervollen Bilderbüchern für Erwachsene.

Der kleine Prinz

Ein Flieger muss in der Wüste notlanden und trifft dort den kleinen Prinzen, den es von einem winzigen Planeten auf die Erde verschlagen hat. Er erzählt ihm von seinen Reisen und Begegnungen, und sie werden Freunde. Dieses leidenschaftliche Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit von Kultautor Antoine de Saint-Exupéry wurde bis heute in über 100 Sprachen und Dialekte übersetzt, und gehört zu den meistverkauften literarischen Werken aller Zeiten. Für die deutsche Neuübersetzung von Peter Sloterdijk in 2015 hat der Wiener Comiczeichner Nicolas Mahler das moderne Märchen neu illustriert. Herausgekommen sind hinreißende und reduzierte Zeichnungen, die stärker noch als das Original vor allem Erwachsene ansprechen.

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Oh... diese Philosophen von Helme Heine

Philosophie müsse für Laien verständlich sein, forderte der Philosoph Karl Jaspers – und spricht Helme Heine damit aus der Seele. Der weltberühmte Zeichner und Autor, dessen Kinderbücher heißgeliebte Klassiker sind, hat in „Oh... diese Philosophen” alle wichtigen abendländischen Philosophen zusammengebracht. Die philosophischen Kerngedanken von Anaximander bis Zenon sind mit humorvollen Anekdoten versehen, und in pointierten Texten auf den Punkt gebracht. Und selbstverständlich mit phantasievollen Zeichnungen ergänzt. Dieses kleine Buch kann nicht die vollständige Philosophie des Abendlandes erklären – aber dieses Ziel verfolgt Heine gar nicht: Er schafft einen charmanten Überblick mit Hand und Fuß.

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Wie der König seinen Feind verlor von Jorge Bucay

Ein mächtiger König hat Angst vor einem alten Weisen. Weil er beim Volk viel beliebter ist als der König selbst, und ihm nachgesagt wird dass er die Zukunft voraussehen kann. Deshalb möchte der König ihn ermorden lassen, doch als er den Weisen in einen Hinterhalt lockt, prophezeit ihm dieser, dass sie beide am gleichen Tag sterben werden. Der König bekommt es mit der Angst zu tun und behält seinen Rivalen fortan in der Nähe, damit ihm ja nichts zustoßen kann. Über die Jahre wird so aus dem Feind zunächst ein Ratgeber und schließlich auch ein Freund. „Wie der König seinen Feind verlor” ist ein märchenhaftes Plädoyer gegen die Angst vor dem Fremden. Mit Illustrationen vom preisgekrönten Argentinier Gusti ist es ein wunderschönes Sammlerstück und Bilderbuch für Kinder – aber doch sehr viel mehr für Erwachsene.

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Der Bär, der nicht da war

Alles fängt mit einem Juckreiz an. Je mehr der Juckreiz sich kratzt, desto mehr wird er zum Bären. Dieser Bär, der vorher noch nicht da war, zieht daraufhin einen Zettel aus der Tasche. Auf diesem steht: „Bist du ich?”. Auf der Suche nach der Antwort trifft der Bär auf skurril-liebevolle Tiere, die ihm bestätigen, dass er sehr nett, glücklich und außerdem hübsch ist. Diese philosophische Geschichte mit herrlichen Paradoxa wird durch die unvergesslichen Bildern von Wolf Erlbruch zum Genuss. Der wahrscheinlich bekannteste und meist prämierteste lebende deutsche Illustrator ist eigentlich für seine Kinderbücher bekannt. Doch mit diesem Werk schafft er einen beinah unkonventionellen und geradezu dadaistischen Blick auf die Dinge des Lebens. Denn hinter dem Offensichtlichen verbirgt sich eben viel mehr, als zunächst scheint.

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„Der Fluss” von Alessandro Sanna ist eine einzigartige Verbindung von Bilderbuch, Kunstbuch und Graphic Novel. Wie in einem Fotoalbum arrangiert der Künstler immer vier Panoramen aus Aquarell auf einer Seite. Die Geschichten werden von den feinen Silhouetten am Flussufer durch vier Jahreszeiten erzählt: die Überschwemmung im Herbst, die Geburt eines Kalbs im Winter, die Hochzeit im Frühling und den Ausbruch eines Tigers beim Jahrmarkt im Sommer. Die Farben des Wassers, der Landschaft und des Himmels verändern sich stetig, doch der Flussstrom bleibt konstant. Eine mit großer Ruhe erzählte Liebeserklärung an das Leben am Fluss.

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