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Milena Glimbovski

Ausgepackt: Buchtipps
von Milena Glimbovski

 

Die Debatte um Plastikmüll ist nicht neu: Er liegt auf der Straße, schwimmt im Meer und ist Bestandteil unserer Nahrungskette. Einen Lösungsansatz verfolgt Milena Glimbovski in ihrem neuen Ratgeber. „Ohne Wenn und Abfall“ zeigt wie das verpackungsfreie Leben funktionieren kann, und gibt Tipps für eine bessere Ökobilanz im Alltag.

2.10.2017

Käse mehrfach in Plastik gewickelt – muss das wirklich sein? Laut Milena Glimbovski ist das eine Form von Verschwendung und Umweltsünde, und definitiv vermeidbar. Die Jungunternehmerin zeigt an ihrem eigenen Geschäftsmodell, wie man auf große Mengen von Müll im Lebensmittelhandel verzichten kann. „Original Unverpackt“ heißt der Laden in Berlin-Kreuzberg, der die sonst so großzügig eingesetzte Umverpackung schlichtweg weglässt. Stattdessen bringt die Kundschaft ihre eigenen Behälter mit. Gezahlt wird nach Warengewicht. Das Sortiment umfasst knapp 600 Produkte, von Haferflocken, über Honig bis hin zu Milchwaren. Und das Konzept geht auf, denn der Einkauf kommt komplett ohne Plastiktüte oder Verpackung aus. Nach Jahren ihres Erfolges hat Glimbovski ihre Erfahrungen in einen Ratgeber geschrieben. Das Debüt „Ohne Wenn und Abfall“ schildert ihren Werdegang und gibt Ratschläge für alle, die sich für eine umweltbewusste Lebensweise interessieren.

In Berlin sprechen wir mit der jungen Unternehmerin und Autorin im Video-Interview über ihre Geschäftsidee, das eigene Buch und über Geschichten, von denen sie sich bestimmt nicht trennen möchte.

Dem Müll eine Abfuhr verpassen:

Ohne Wenn und Abfall

Seit drei Jahren entsagt Milena Glimbovski dem Plastik-Wahn und der damit verbundenen Müllproduktion. Seither sammelt die erfolgreiche Jungunternehmerin Expertise in Müll-Vermeidungsstrategien, und ist zu einer richtigen Expertin geworden. Ihre Erfahrungen schildert sie in ihrem Ratgeber-Debüt: „Ohne wenn und Abfall“ erzählt die Geschichte ihrer Idee. Und sie erklärt darin auf anschauliche Weise, wie man ohne erheblichen Aufwand mit weniger Plastik gesünder und natürlicher leben kann. Denn im Grunde hat Mutter Natur bereits die perfekten Verpackungen unserer Lebensmittel entworfen – da kann man sich wirklich einmal fragen, ob die Gurke zusätzlich in Plastikfolie eingeschweißt gehört, oder der Käse in drei Schichten Plastik gewickelt werden muss.

Glimbovski liefert in ihrem Erstling wertvolle Tipps für Haushalt, Büro und Kleiderschrank – denn das Ausmisten lohnt sich überall. Dazu gibt sie dem Leser praktische Anleitungen und Rezepte mit auf den Weg. „Ohne wenn und Abfall“ zeigt auf erfrischende Weise, wie man Minimalismus und „Zero Waste“ in seinen Alltag integrieren kann, und dabei nicht auf Spaß verzichten muss. Eine Empfehlung für alle, die schon immer ihre Lebensweise überdenken und ihren ökologischen Fußabdruck verbessern möchten.

So trennt man sich von Müll: Mit ihrem Debütroman „Ohne Wenn und Abfall“ gibt Milena Glimbovski Tipps für eine bessere Umweltbilanz im Alltag.

Ohne Wenn und Abfall von Milena Glimbovski

Persönliche Buch-Tipps

wegweisend

Jorge Bucay: Komm ich erzähl dir eine Geschichte

Jorge Bucay ist meine Bibel. Nicht weil ich sie immer mit rumschleppe und einen Eid drauf ablegen würde, sondern diese kleine „Urban Myths“, Märchen und Anekdoten mir als Anleitungen dienen. So ähnlich wie die Geschichten in der Bibel gläubigen Christen helfen, in Momenten in denen sie nicht weiter wissen, so finde ich in den Geschichten von Bucay Antworten, selbst wenn ich nicht einmal weiß, was die Frage ist.

engagiert

Jonathan Safran Foyer: Tiere essen

Tiere essen – oder nicht essen. Dieser Frage widmet sich Jonathan Safran Foer. Der Herr Foer hat es geschafft, das leidige Thema Vegetarismus erlebbar, spannend und nachvollziehbar aufzuzeigen. Anstatt öde Fakten aufzuzählen berichtet er, wie er in eine Massentierhaltungsanlage einbricht, erzählt von seinen Gesprächen mit Bauern, und lässt vor allem an den eigenen Gefühlen und Gedanken teilhaben, die ihn währenddessen begleiten.

ehrlich

Ben Horowitz: The hard thing about hard things

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Benjamin von Stuckrad-Barre: Panikherz

Benjamin von Stuckrad-Barre lässt mein Herz schneller schlagen. Er schreibt so, wie ich denke: schnell und wirr. Das mag ich. Ich komme gut mit, bin gefangen, unterhalten – er erfüllt im Grunde all das, was ich mir von einem Romanautor erwarte. Inzwischen habe ich Panikherz ein paar mal so durch gelesen, und einmal als Hörbuch verschlungen. Beim Schreiben meines Buches habe ich – immer wenn ich Ablenkung suchte – kurz bei ihm reingelesen. Und das hat mir oft geholfen, mal locker zu lassen und einen frischen Kopf zu bekommen.

Milena Glimbovski bloggt über ihre Erfahrungen über das Leben ohne Müll auf Twitter, Facebook und Instagram.



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