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Parallelwelt?
Nein danke!

 

Nach einem Faustschlag findet sich Jason Dessen in einer Parallelwelt nieder. Er führt fortan ein Leben, in dem er ein gefeierter Wissenschaftler ist. Aber da ihm seine Frau und sein Sohn fehlen, will er nur eines – zurück nach Hause. Blake Crouch ist mit „Dark Matter. Der Zeitenläufer” ein bildgewaltiger Pageturner gelungen.

2.08.2017

S

ind wir wirklich die Person, für die wir uns halten? Ist die Welt, in der wir leben, wirklich die einzige existierende Realität? Wissenschaftler forschen seit Jahrzehnten im Bereich der Quantenphysik und haben erstaunliche Erkenntnisse gewonnen. Theoretisch gibt es unzählige Paralleluniversen. Doch wo? Und vor allem, wie kommt man da hin? Die Geschichte um den Physiker Jason Dessen greift die Fragen der Quantenphysik auf und illustriert, wie ein Quantensprung, also ein Wechsel zwischen den Realitäten, aussehen könnte.

Dessen, Atomphysiker und Familienvater, hat den Weg in ein Multiuniversum gefunden. Der Professor forscht an einem kleinen College und lebt ein aufgeräumtes Leben, das sich im Wesentlichen um seine Frau Daniela und den gemeinsamen Sohn Charlie dreht. Als er an einem Donnerstagabend sein Stadthaus in Chicago verlässt, um Eiscreme zu holen, ahnt er nicht, dass dies das Ende von allem ist, das er kennt.

Auf dem Rückweg wird er von einem Mann mit Maske entführt und unter Drogen gesetzt. Als er wieder aufwacht, ist seine Welt eine andere. Er ist nicht mehr verheiratet und hat auch keinen Sohn im Teenageralter. Dafür ist er ein weltberühmter Physiker, der einen Weg gefunden hat, durch alternative Welten zu reisen. Aber welche Welt ist real? Und wer lebt nun sein Leben mit Daniela und Charlie? Jason Dessen will zurück. Schnell findet er sich auf einer gefährlichen Abenteuerreise durch wechselnde Paralleluniversen wieder.

Bringt das Wandeln zwischen den Welten zu Papier: Der US-Amerikaner Blake Crouch

© Isaac Hernández Herrero

Mit schnellen Szenenwechseln führt Blake Crouch in absurde, dramatische und spannende Welten. Der Leser wird erst in Sicherheit gewogen, um die Handlung im nächsten Moment in eine ganz neue Richtung zu lenken. Es macht dem Autor offenbar Spaß, mit den Erwartungen seiner Leser zu spielen. Gleichzeitig streift er die großen Fragen zum Sinn des Lebens. „Dark Matter“ verlangt geradezu nach einer Verfilmung!



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