Das Licht der letzten Tage von Emily St. John Mandel
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„Leise und nachdenklich“

 

Kerstin Hahne, Fantasy-Expertin aus der Thalia-Filiale in Bielefeld, empfiehlt den post-apokalyptischen Roman „Das Licht der letzten Tage“. Elegant formuliert und in poetischer Sprache verwebt die kanadische Autorin Emily St. John Mandel mehrere Handlungsstränge zu einer nachdenklich stimmenden Endzeit-Geschichte.

20.04.2017

Worum geht's?

 

Dieser großartige Roman spielt in Kanada bei den großen Seen, nachdem eine Pandemie unglaubliche 99 Prozent der Menschheit ausgelöscht hat. Eigentlicher Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist Schauspieler Arthur Leander, der während einer „König Lear“-Aufführung in Toronto verstarb. St. John Mandel lässt ihre diversen Protagonisten 20 Jahre nach Arthurs Tod und der kurz darauf erfolgten Grippe-Epidemie agieren. Sie alle leben nun in einer Welt, die sie ständig mit den Überbleibseln eines verschwundenen Technologie-Zeitalters konfrontiert, und deren wenige Bewohner darum kämpfen, in der Natur zu überleben. In vielen Rückblenden lernen wir sie und ihre Beziehungen zueinander kennen.

 

Tollster Moment?

 

Als die Mitglieder einer Theater- und Musikgruppe, genannt „Die fahrende Symphonie“ aus einem Dorf entkommen können, dessen manischer Anführer sich selbst für einen Propheten hält.

 

Warum ich es empfehle

 

Weil diese Geschichte noch lange in mir nachgeklungen hat! Seine intelligent ineinander verwobenen Handlungsstränge bringen uns die Figuren sehr nahe, die wir mit all ihren Fehlern und ihren Sehnsüchten zu schätzen lernen. Ein „Post-Apokalypse“-Roman, elegant formuliert, manchmal fast poetisch und mit einem Ende, das zum Spekulieren auffordert. Vor allem aber ein leises, nachdenkliches Buch, das zeigt, was wir an dieser Welt haben.

Apokalyptische Vision: „Das Licht der letzten Tage“ der kanadischen Autorin Emily St. John Mandel.

Das Licht der letzten Tage von Emily St. John Mandel