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© David Ramos

Durch Barcelona mit

Carlos Ruiz Zafón

 

Carlos Ruiz Zafón begeistert mit seinen Barcelona-Romanen rund um den Friedhof der Vergessenen Bücher ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt. Im Video-Interview spricht der Katalane über seinen neuen und letzten Roman der Buchreihe, „Das Labyrinth der Lichter”, und verrät, was seine Novellen mit Comic-Heften zu tun haben.

15.04.2017

Das Gespräch

 

Kaum ein spanischer Autor ist international so erfolgreich wie Carlos Ruiz Zafón. Auf der diesjährigen Lit.Cologne hat der Autor mit uns über „Das Labyrinth der Lichter” gesprochen, sein neuer und letzter Roman aus der Barcelona-Reihe. 15 Jahre nach dem Auftaktroman „Der Schatten des Windes” werden nun endlich alle Geheimnisse aus den ersten drei Bänden gelüftet.

„Dieses Buch ist das große Finale um den Friedhof der vergessenen Bücher. Es liefert Auflösungen zu allen Geschichten, Rätseln und Figuren, denen wir durch die vorherigen Bücher gefolgt sind. Die Suche nach dem verschwundenen Minister Mauricio Valls führt uns wieder auf den Friedhof der vergessenen Bücher – und durch die Hölle”, verrät der 52-jährige Autor im Thalia-Gespräch. Das Schreiben selbst ist für Ruiz Zafón alternativlos. Wäre aus ihm kein Schriftsteller geworden, lebte er wohl schon lange nicht mehr, davon ist er überzeugt. Er sei ein Geschichtenerzähler, und das ändere sich niemals.

Carlos Ruiz Zafón im Video-Interview

Deshalb beschäftigt sich Ruiz Zafón seit Jahren mit den unterschiedlichsten Formen des Erzählens: „Meine Geschichten sind von klassischen literarischen Themen inspiriert: Von den Menschen und dem Leben, von Liebe und Hass, von Mysterien und Abenteuern. Diese Geschichten versuche ich dann wie eine der bedeutenden Novellen aus dem 19. Jahrhundert zu schreiben, aber kombiniere sie mit erzählerischen Elementen aus dem 20. Jahrhundert. Also mit Elementen aus dem Kino, der Werbung, dem Internet und Comics.“

Sein privater Lesegeschmack ist auf kein Genre festgelegt. Doch egal, was ihm in die Hände fällt, es muss gut erzählt sein, sonst interessiert es ihn nicht. „Ich verfolge viele Autoren und versuche, viel junge Literatur zu lesen. Doch es ist lustig: Je älter ich werde, desto mehr Sachbücher lese ich. Über Wissenschaft, Kunst und vor allem über europäische Geschichte.”

Das Buch

 

Während der dunklen Tage des Franco-Regimes in Spanien beauftragt die Politische Polizei die eigenwillige Alicia Gris mit der Lösung eines mysteriösen Falls. Alicia, die nach einer Bombennacht vor vielen Jahren mit einem schweren Hüftschaden und einer zynischen Weltsicht belastet ist, soll unter höchster Geheimhaltung das plötzliche Verschwinden des zwielichtigen Kulturministers Mauricio Valls aufklären. In seinem Besitz soll sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie „Das Labyrinth der Lichter” befunden haben, das Alicia auf schmerzliche Weise an ihr eigenes Schicksal erinnert.

Ihre Investigation führt sie tief ins Herz von Barcelona und schließlich in die Buchhandlung Sempere & Söhne. Sie ist augenblicklich gebannt von der Magie dieses Ortes, doch was sie dort erfährt, bringt nicht nur ihr eigenes Leben in Gefahr: es gefährdet auch die Sicherheit der Menschen, die sie am meisten liebt. Wieder einmal gelingt es Ruiz Zafón die Erzählfäden meisterlich zu verknüpfen, blickt dabei zurück in die Vergangenheit und jagt seine Figuren quer durch Madrid und Barcelona – bis zum furiosen Finale.

Die Fakten

 

Früh Berufen

Nach eigenen Angaben wollte Carlos Ruiz Zafón bereits im Alter von fünf Jahren Schriftsteller werden.

Viel Verkauft

Ruiz Zafóns „Im Schatten des Windes” wurde in mehr als 50 Sprachen übersetzt und verkaufte sich über zehn Millionen Mal.

Hoch dekoriert

Ruiz Zafón wurde mit zahlreichen Preisen aus unterschiedlichen Ländern ausgezeichnet. Seine erste Trophäe war der Edebé Prize, den er für seinen Debütroman erhielt.



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