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Erfolgsserie:

Tote Mädchen lügen nicht

 

Der Hype um die neue Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht” ist ungebrochen. Sie basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman und Bestseller von Jay Asher, der emotional und mitreißend vom tragischen Selbstmord einer Schülerin erzählt.

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aum eine Serie bewegt die Zuschauer derzeit so wie die Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht". Seit sie am 31. März beim Streaming-Dienst an den Start gegangen ist, häufen sich im Internet die Kommentare und Likes. Alleine auf Twitter wurden über elf Millionen Tweets zur Serie abgesetzt. Ein neuer Rekord, der damit sogar die Dauerbrenner „Vampire Diaries” und „Walking Dead" von der Spitze der meistdiskutierten Serien vertreibt. Bereits der gleichnamige Jugendroman von Jay Asher, auf dem die 13-teilige Serie basiert, war ein Riesenerfolg und belegte wochenlang die Bestsellerlisten.

Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, liegt dort ein an ihn adressiertes Päckchen mit 13 Kassetten. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder und hört die Stimme von Hannah Baker, seiner Mitschülerin, die er vor Kurzem küsste – und die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Die Nachricht lässt Clay den Atem stocken, denn auf den Kassetten erzählt sie von 13 Gründen und Personen, die zu ihrem Selbstmord geführt haben – und Clay soll einer davon sein:

„Hallo zusammen. Hier spricht Hannah Baker. Live und in Stereo […] Keine Wiederkehr. Keine Zugabe. Und diesmal auch absolut keine Forderungen. Ich hoffe ihr seid bereit, denn ich will euch die Geschichte meines Lebens erzählen. Genauer gesagt, warum mein Leben ein Ende fand. Und wenn ihr diese Kassetten hört, dann seid ihr einer der Gründe dafür.“

Kassette für Kassette erzählt das Mädchen von Mobbing, zerbrochener Freundschaft und sexuellem Missbrauch. Clay, der als Ich-Erzähler auftritt, fragt sich derweil, warum auch er diese Nachricht bekommen hat und führt einen inneren Kampf mit seinen eigenen Emotionen. Der Roman wechselt zwischen seiner Perspektive und Hannahs gesprochenen Nachrichten, wodurch ein bedrückender Spannungsbogen aufgebaut wird, der bis zum tragischen Selbstmord von Hannah durchgehalten wird.

Das Buch thematisiert das ernste Thema Suizid auf sensible und zugleich schonungslose Weise. Es macht betroffen, rüttelt auf, warnt vor Ignoranz und erinnert uns daran, dass sowohl unsere kleinen als auch großen Taten im Umgang mit anderen Menschen Konsequenzen haben. Es kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus und verdeutlicht, wie sich menschliche Dramen unbemerkt zuspitzen können. Damit spricht der Roman Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen an.

Das Original

Die Filmausgabe mit exklusivem Fotomaterial zur Netflix-Serie

Fazit: Ein sehr emotionales, spannendes, aber auch kontroverses Leseerlebnis, das Netflix ebenso mitreißend ins Filmische übertragen hat. Die Geschichte fordert dazu auf, genau hinzusehen – und macht gleichzeitig auf weit verbreitete Defizite im Umgang mit unseren Mitmenschen aufmerksam.

Der Trailer zum Film

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