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© Nicole Geck

Landpartie mit
Jana Lukas

 

Romantik garantiert! Jana Lukas führt uns in „Landliebe“ hinter die Kulissen einer Dating-Show auf dem bayerischen Land. Im Interview verrät die Autorin, warum sie vier Pseudonyme nutzt, wieso sie als Kriminalpolizistin zum Happy End-Junkie wurde und weshalb selbst ihre Thriller nicht ohne eine Liebesgeschichte auskommen.

9.05.2017

O

b als Jane Luc, Jenna Lux, Joanna St. Lucas oder jetzt Jana Lukas – Jana Lukaschek, so ihr bürgerlicher Name, liebt es, Geschichten zu schreiben. Und jede enthält eine ordentliche Prise Liebe und ein Happy End, egal ob Liebesroman, Thriller oder Fantasy. Warum? Weil sie an die Liebe glaubt und weil man im echten Leben eben kein Happy End garantiert bekommt.

Schon als Kind verschlang Jana Lukas so viele Bücher, wie sie nur konnte. In ihren Teenagerjahren fing sie dann an, ihre eigenen Geschichten in die Schulhefte zu schreiben. Nach dem Abitur entschied sie sich jedoch für ihre zweite, wenn auch etwas bodenständigere Leidenschaft und wurde Polizistin. Doch das Schreiben ließ sie nie los und so wagte sie sich nach über zehn Jahren bei der Kriminalpolizei an ihren ersten romantischen Thriller.

Romantisch und witzig: Jana Lukas lädt ein zur verliebten Landpartie!

Vier Jahre später erscheint nun ihre erste Liebeskomödie bei Heyne: In „Landliebe" trifft Großstädterin Ellie auf Landbursche und Winzer Tom. Denn Ellie ist pleite. So pleite, dass sie an einer TV-Dating-Show teilnimmt, um sich von ihren finanziellen Sorgen zu befreien. Für die nächsten vier Wochen quetscht sie sich für die Kameras also in ein Dirndl und mimt das bayerische Großstadtdummchen auf der Suche nach der großen Liebe.

Drehort ist ein wunderschönes Weingut an der Mosel, das Winzer Tom gehört. Auch dem steht der Sinn nicht nach Romantik. Kein Wunder, hat ihn doch sein Bruder hinter seinem Rücken bei der Show angemeldet. Ellie gerät ständig mit Tom aneinander, doch plötzlich bemerkt sie etwas Unerwartetes: Sie hat Schmetterlinge im Bauch. „Landliebe” ist charmant und voll herrlicher Situationskomik. Nicht nur für Fans von Sendungen wie „Bauer sucht Frau” ein kurzweiliges Lesevergnügen!



Jana Lukas im Interview

Nach ihrem Abitur haben Sie eine Ausbildung zur Polizistin absolviert und jahrelang für die Kriminalpolizei gearbeitet. Inwiefern hat Sie diese Tätigkeit dazu bewegt, Bücher zu schreiben?

Die Polizeiarbeit war gar nicht nötig, um mich zum Schreiben zu bringen. Ich bin seit jeher eine Geschichtenerzählerin. Früher oder später hätte ich auf jeden Fall versucht, eine der Ideen, die mir durch den Kopf schwirrten, aufs Papier zu bringen. Mein Beruf hat es mir allerdings ermöglicht, als erstes Buch einen Thriller zu schreiben, weil ich viel von meinen Diensterfahrungen einbringen konnte und mich so einfach ein wenig auf „sicherem Terrain“ gefühlt habe.

Unter verschiedenen Pseudonymen haben Sie unterschiedliche Genres bedient: Thriller unter dem Namen Jane Luc, Liebesgeschichten unter Joanne St. Lucas und unter Jenna Lux sogar Fantasy. Wofür soll Jana Lukas stehen?

Jana Lukas ist das deutsche Pendant zu diesen Pseudonymen, deren Geschichten alle in den USA und einer Fantasiewelt spielen. Es steht für humorvolle Liebesgeschichten an wunderschönen Schauplätzen, von denen es in Deutschland ja unglaublich viele gibt.

Ihre Pseudonyme spiegeln, wie Sie auf Ihrer Website sagen, eine mörderische, eine romantische und eine fantastische Seite von Ihnen wider. Welche ist Ihnen die liebste und warum?

In mir steckt eine große Romantikerin. Selbst meine Thriller kommen nicht ohne eine Liebesgeschichte aus. Es ist also ganz klar die romantische Seite, die sich überall vordrängt. Woran das liegt? Liebe ist unser größter Motor, sie umgibt uns bei allem was wir tun. Sie ist verantwortlich für klopfende Herzen, Tränen, Wutausbrüche, Irrungen und Wirrungen – und ich finde nichts so schön, wie diese Emotionen in ein Buch zu packen und die Helden für all die Steine, die ich ihnen in den Weg gelegt habe, mit einem Happy End zu belohnen.

Sie sagten es bereits: Sie versprechen Ihren Lesern immer ein Happy End. Warum ist Ihnen das besonders wichtig?

Ich bin ein Happy End-Junkie. Gerade als Polizistin habe ich lernen müssen, dass es im wirklichen Leben nicht immer ein Happy End gibt. Aber ein glückliches Ende ist Balsam für die Seele. Es zaubert ein Lächeln auf unsere Gesichter und fühlt sich einfach gut an. Deshalb lese – und schreibe – ich am liebsten genau diese Bücher.

In mir steckt eine große Romantikerin. Selbst meine Thriller kommen nicht ohne eine Liebesgeschichte aus.

 Jana Lukas

Sind Sie privat denn genauso romantisch wie in Ihren Büchern?

Wenn es um Bücher und Filme geht, auf jeden Fall. Ich gehöre zu den Leserinnen, die hin und wieder ein Päckchen Taschentücher brauchen. Und natürlich habe ich nichts gegen Blumen und Pralinen. Abgesehen davon sehe ich mich gar nicht als so große Romantikerin. Ich bin zwar ziemlich emotional, aber wenn ich mich selbst beschreiben müsste, würde ich mich eher als nüchternen Menschen mit einer guten Beobachtungsgabe einordnen.

In ihrem neuesten Werk „Landliebe“ beschäftigen Sie sich mit Liebe im Kontext einer TV-Show. Wieso haben Sie dieses Umfeld gewählt?

Diese Idee habe ich den Weihnachtsgeschenken für meine Familie zu verdanken. Es sind viele Geschenke. Immer. Als ich an einem Sonntagnachmittag im Dezember auf der Couch saß, und damit beschäftigt war, die Präsentberge mit Geschenkpapier zu versehen, lief nebenbei eine wohlbekannte Datingshow im Fernsehen. Bis ich mit dem Einwickeln von Spielzeug, Büchern und Selbstgestricktem fertig war, hatte ich einen Großteil der Sendung gesehen und fragte mich, wieviel Wahrheit eigentlich in diesem Format steckt. Sind die Berufe, Bauernhöfe und Hobbys vielleicht gar nicht echt? Gibt es für die Show ein Drehbuch? Und wenn ja, kann man auf diesem Weg trotzdem die große Liebe finden? Und – schwups – war die Idee zu Landliebe geboren.

Der Protagonist ist Winzer – warum passen Liebe und Wein besonders gut zusammen?

Wein ist Liebe – zumindest liebe ich Wein. In der Stuttgarter Gegend, in der ich lebe, wird sehr viel Wein angebaut. Man kommt also nicht umhin, an der einen oder anderen Weinprobe oder Weinbergtour teilzunehmen. Eines ist mir dabei immer aufgefallen: Winzer lieben ihre Arbeit und sind stolz auf das, was in ihren Fässern reift. Sie tun das, was von außen nach ziemlich harter Arbeit aussieht, aus tiefstem Herzen.

Was dürfen wir als nächstes von Ihnen erwarten?

Ich arbeite im Moment an einem weiteren humorvollen Liebesroman. Er spielt im malerischen Chiemgau und wird im nächsten Jahr erscheinen.

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