Geschätzte Lesezeit: 3 min, 6 sec
© Stocksy

Geschichte
zum Anfassen

 

König Otto I. zieht es nach Rom, er hat große Pläne für seine Regentschaft und weiß bereits genau, wen er für seine Zwecke manipulieren muss. „Die fremde Königin” ist der zweite Band der Romanreihe „Otto, der Große” von Bestsellerautorin Rebecca Gablé, die ein lebendiges Bild des Lebens im Mittelalter zeichnet.

23.08.2017

Rebecca Gablé schreibt so über Geschichte, wie wir es uns in der Schule gewünscht hätten: mit großer Spannung, großen Gefühlen – und nebenbei lernt man viel über die Vergangenheit. Gablé vermischt historische Fakten und Personen, die sie akribisch genau recherchiert, mit fiktiven Figuren und Geschichten. In „Die fremde Königin” lässt uns die Autorin für zehn Jahre in die Zeit König Ottos I. eintauchen und erzählt von politischen Intrigen, leidenschaftlichen Lieben und glühendem Hass. Nach dem ersten Band „Das Haupt der Welt” steht dieses Mal nicht Otto selbst im Mittelpunkt, sondern seine zweite Frau Adelheid.

Im Jahr 951 soll Gaidemar, Panzerreiter aus der Gefolgschaft Ottos I. und Bastard vornehmer, aber unbekannter Herkunft, die italienische Königin Adelheid aus der Gefangenschaft in Garda retten. Sie ist gefangen in den Händen des Mannes, der ihren Ehemann getötet hat. Die Befreiung gelingt und auf der Flucht verliebt sich Gaidemar in die schöne Adelhaid. Eine aussichtslose Liebe, denn kein Geringerer als König Otto I. will die junge Witwe heiraten. So verlobt sich Gaidemar mit der Tochter eines Fürsten und bleibt fortan Vertrauter der Königin Adelheid. Das Rätsel um seine Herkunft scheint nun keine Rolle mehr zu spielen, Gaidemar genießt Respekt am Hof.

König Otto I. hält Rat auf der Burg Ingelheim, zehn Meilen westlich von Mainz. In der Aula regia, der vornehmen Steinhalle, treffen ein: sein Sohn Liudolf – das schwarze Schaf der Familie –, Ottos Schwiegersohn Konrad und der uneheliche Wilhelm, den Otto besonders wegen seiner hohen Bildung schätzt. „Hennig“, Herzog von Bayern und Ottos Bruder, sitzt mit in der edlen Runde und erfährt von den Plänen des imposanten Königs: Die Kaiserkrönung in Rom ist das Ziel!

Rebecca Gablé, Historikerin und Kennerin des englischen Mittelalters.

© FinePic

Nach „Das Haupt der Welt“ ist „Die fremde Königin“ der zweite Wurf der mittelalterlichen Romanreihe von Rebecca Gablé. Man muss den ersten Band jedoch nicht unbedingt gelesen haben, um den zweiten genießen zu können, da eine eigenständige Geschichte erzählt wird. Gablé, ehemalige Dozentin für mittelalterliche englische Literatur und bekannt für ihre Bestseller um das Schicksal der Familie Waringham, zeigt erneut, warum sie als Meisterin historisierender Unterhaltung gilt. Ein königlicher Lesegenuss!



thalia logo