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Stimme der Toten von Elisabeth Herrmann
© Stocksy

Der Teufel
steckt im Detail

 

Elisabeth Herrmann setzt mit „Stimme der Toten“ die Geschichte ihrer Tatortreinigerin fort: Judith Kepler stolpert bei ihrem zweiten Einsatz über eine kleine Blutspur, und landet im Herzen einer weltweiten Verschwörung. Im Interview spricht die Autorin über Aufregungen beim Schreiben im Wettlauf mit der Wirklichkeit.

28.11.2017

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ätselhafter Todesfall in einem Berliner Bankhaus: Ein Mitarbeiter stürzt aus großer Höhe ins Foyer. Ob es sich um einen Selbstmord oder einen Mord handelt, ist unklar. Fest steht nur eins: Wenn die Spurensicherung ihre Arbeit beendet hat, müssen die unschönen Hinterlassenschaften beseitigt werden. In Elisabeth Herrmanns „Stimme der Toten“ übernimmt an dieser Stelle die Tatortreinigerin Judith Kepler, und sie macht ihre Arbeit wie immer sehr gewissenhaft.

In diesem Fall zu gewissenhaft, sie entdeckt eine Spur, die für die Ermittlungen außerordentlich wichtig sein könnte. Judith informiert die Polizei und ahnt nicht, dass sie damit eine Lawine lostritt, die sie in Lebensgefahr bringen wird. Denn Judith gerät durch ihren gut gemeinten Hinweis ins Visier von Verschwörern, die vollkommen skrupellos sind. Ihr Anführer ist Bastide Larca, ein mächtiger und geheimnisvoller Mann. Er kennt Details aus ihrer Kindheit, an die sie sich selbst nicht erinnern kann.

Ist Larca in die Ermordung ihres Vaters verstrickt? Judith will die Wahrheit wissen und lässt sich – nicht freiwillig – auf eine gefährliche Zusammenarbeit ein. Lorcas Plan ist perfide. Durch einen Hackerangriff, der in Russland vorbereitet wird, sollen Daten manipuliert, Banken und Politiker gestürzt werden – der Kalte Krieg wird wieder heiß. Doch diesmal liegt das Schlachtfeld im Internet. Ziel: die Destabilisierung Europas. Um zu überleben muss sich Judith gegen Söldner und mächtige Geheimdienste behaupten.

Prämierter Spannungsstoff: Die Werke von Elisabeth Herrmann wurden unter anderem mit dem Deutschen Krimipreis und dem Radio-Bremen-Krimipreis ausgezeichnet.

Elisabeth Herrmann

Stimme der Toten“ von  Elisabeth Herrmann ist eine gelungene Fortsetzung: Eine aufregende, mit spielerischer Leichtigkeit erzählte Geschichte voller tragischer Momente. Hochgradig Spannend, intelligent geschrieben und brisant aktuell! Im Interview spricht Elisabeth Herrmann über die Aufregungen des Schreibens im Wettlauf mit der Wirklichkeit.



Elisabeth Herrmann im Interview

Ihre Leser kennen die Heldin Judith Kepler bereits. Muss man „Zeugin der Toten“ gelesen haben, um Ihr neues Buch zu verstehen?

Nein, alles, was wichtig ist, wird erklärt. Jeder Leser kann problemlos einsteigen.

Beim Gedanken an einen Kalten Krieg im Internet kann einem ganz anders werden. Wie ging es Ihnen bei der Recherche?

Manchmal hatte ich das Gefühl, dass mich die Wirklichkeit Tag für Tag einholt. Die Manipulation des US-Wahlkampfs, Russlands hybride Kriegsführung, Fake News, Troll-Armeen, manchmal stand ich vor meinem Skript und dachte: Das kann doch nicht wahr sein!

Als Tatort bezeichnet man jeden Raum, in etwas von einem Toten übrig bleibt, was normale Leute nicht entfernen wollen.

Judith Kepler

Judith Kepler dürfte es ab und zu ähnlich gegangen sein?

Bestimmt, und sie hat mir in der Situation geholfen. Sie lebt in dieser modernen Welt, ohne ihr Leben komplett ins Netz zu verlegen. Wir müssen wieder mehr analog werden. Die digitale Welt soll uns dienen – und sich nicht so schamlos an uns bedienen.

Autorin Elisabeth Herrmann über ihr Buch „Stimme der Toten“

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